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16. Thüringer Schützentag

[13.06.2016 13:13 : Kategorie: TSB]
16. Thüringer Schützentag 2016

Feierstunde: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow ist Schirmherr des Landesschützentages

Festumzug vom Rathaus zur Normannsteinhalle

Sein zweiter Sieg nach dem Jahr 2000: Volker Hohlbein (Mitte) ist Thüringer Schüt­zen­könig

Neue Ehrenmitglieder: Diet­mar Berger, Ralf Schu­mann und Horst Beyer (2.-4.v.l.)

Viel Prominenz aus Sport und Politik, große Resonanz, hervorragende sportliche Leistungen, zahlreiche Auszeichnungen und bestes Wetter – der 16. Landesschützentag in Treffurt war ein voller Erfolg. „Ich bin rundum zufrieden“, sagte Stephan Thon, der erstmals einen Thüringer Schützentag von Beginn an als TSB-Präsident erlebte. Thon war 2014 in Bürgel im Rahmen des 15. Landesschützentages in dieses Amt gewählt worden. „Diese drei Festtage in dem schönen Fachwerkstädtchen Treffurt an der Werra waren für uns wieder eine Weiterentwicklung“, sagte Thon und lobte die Gastgeberstadt mit Bürgermeister Michael Reinz an der Spitze. „Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Es war eine Freude hier zu sein.“ Reinz gab den Dank prompt an die Schützen zurück. „Wir hoffen, die Schützen haben sich in Treffurt so wohl gefühlt, wie wir uns mit ihnen. Besuchen sie uns gerne wieder, es gibt hier noch viel mehr zu sehen.“ Thon dankte neben dem Bürgermeister auch den ausrichtenden SV Treffurt mit dem Vorsitzenden Dieter Stoll zum 500. Jubiläum des Vereins mit der Plakette „Dank und Anerkennung des Deutschen Schützenbundes" in Gold sowie Reinhard Wilhelm, dem Schützen­meister des gastgebenden Wartburg­schützenkreises mit Ehrengeschenk und Ehrenurkunde.

Die Schützen werden Treffurt in bester Erinnerung behalten – ange­fangen von den Anlagen des örtlichen Schützen­vereins 1516, wo das 3. Thüringer Böllertreffen und die Ermittlung des Landes­schützen­königs ebenso stattfanden wie das Rahmenprogramm von Bogen­schießen über Schießkino bis Hüpfburg, über die Burg Normann­stein, die Normann­steinhalle, das Rathaus und die Kirche.

Die Normannsteinhalle war das Zentrum der Feierlichkeiten. Nachdem am Vormittag die Böllerschützen für einen lautstarken und sehr gelungenen Auftakt gesorgt hatten, begrüßte Stephan Thon zur Feierstunde viele geladene Gäste, darunter aus der Politik Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der die Schirmherrschaft für den Schützentag übernommen hatte, Reinhard Krebs, den Landrat des Wartburgkreises, und den Bundestagesabgeordneten Christian Hirte, aus dem Sport Gerhard Hamm, Vizepräsidenten und offizieller Vertreter des DSB und die Vertreter von gleich zehn Landesverbänden, zumeist die Präsidenten, sowie Peter Gösel, den Präsidenten des Landes­sport­bundes.

Thon ging auf die positive Entwicklung des TSB ein und dankte in seiner Festrede den Schützen des Landesverbandes und allen Mitwirkenden und Unterstützern. Der TSB-Präsident nahm außerdem Bezug auf die von der EU neuerlich geplante Verschärfung des Waffenrechts. „Werte Damen und Herren lassen sie dies nicht zu, dass die Mitte der Gesellschaft zunichte gemacht wir, lassen sie nicht zu, dass unsere sportlichen Aktivitäten eingeschränkt werden, dass das Schützenbrauchtum zum Erliegen kommt, dass die Jagd nicht mehr möglich ist. Bringen sie diese Richtlinie zu Fall“, sagte Thon. Ramelow würdigte die großen Verdienste des Schützenwesens sowohl in traditioneller als auch in sportlicher Hinsicht – in Thüringen haben Zukunft Tradition und Tradition habe Zukunft – und ging auf Thons Appell ein. „Ich habe jetzt auch aufmerksam zugehört, was sie zur EU-Verordnung gesagt haben. Das nehme ich mit, das gebe ich in die Prüfung, weil ich glaube, über manch ein Detail wird man in Ruhe reden können, ob eine zeitliche Befristung richtig oder falsch ist, ist die selbe Diskussion ob man den Führerschein zeitlich befristen soll oder an eine Altersgrenze binden soll“, sagte Ramelow. „Das wäre für mich noch nicht das Ende der Diskussion, ob man das Bedürfnis regelmäßig erneuern sollte oder ob man vernünftige Verfahren dafür entwickelt. Da bin ich aber ganz entspannt, weil ich sie da als sachkundige und fachkundige Vertreter an meiner Seite weiß, dass es eben keinen Wildwuchs gibt. Sie wollen sich ja nicht dafür sich einsetzen, dass diejenigen, die mit Waffen prahlen und protzen geschützt werden. Sie wollen ihre Tradition pflegen. Dazu gehört es auch immer wieder, denen, die mit Waffen nicht ordentlich umgehen, eben auch deutlich zu machen, dass das nicht akzeptiert werden kann.“

Zudem begrüßte Ramelow ausdrücklich den Schritt des TSB, als Mehrheitsanteilseigner eine GmbH für das Schießsportzentrum Suhl zu gründen. „Die Idee, die jetzt entstanden ist, einen neuen Weg zu gehen, kann ich nur ausdrücklich begrüßen, auch wenn es für uns als Landesregierung ausgesprochen schwierig ist, Sportstättenförderung zu machen, neben der, die verabredet ist“, sagte der Ministerpräsident. „Wir wollen von unserer Seite alles an Unterstützung geben, dass es gut wird. Wir sollten sehen, dass es ein erfolgreicher Weg wird.“ Ramelow würdigte neben der jahrhundertelangen Tradition die sportlichen Erfolge: „Ohne den Umgang mit der Waffe ordentlich zu lernen, hätten wir weder Olympiasieger noch Weltmeister, noch Europameister – also die Frage, was man auf der Welt sportlich bewegen kann. Aber – und damit schließt sich dann der Kreis von Suhl nach Oberhof, ohne diese Tradition hätten wir auch kein Biathlon und ohne Biathlon wären wir nicht dauernd in den Nachrichten und in Fernsehsendungen und Sportsendungen, wenn wieder Biathleten perfekten Sport zelebrieren.“

Die Feierstunde und die anschließende Delegiertenkonferenz in der Normannsteinhalle waren der passende Rahmen für zahlreiche Auszeichnungen. Zu Ehrenmitgliedern ernannte Stephan Thon den dreimaligen Olympiaisieger mit der Schnellfeuerpistole, Ralf Schumann (FFV SSZ Suhl), den ehemaligen TSB-Präsidenten Dietmar Berger (SV Gera-Leumnitz) und den ehemaligen, langjährigen Kreisschützenmeister Horst Beyer (SG Rudolstadt 1513 e.V.). Das Ehrenkreuz des TSB in Gold am Bande erhielt Wolfgang Groß (SV Gera-Leumnitz), das Ehrenkreuz des TSB in Silber überreichte Thon an Mario Schwerdt (SV Buhla) Edwin Asmus (BSG Bad Salzungen) und Klaus-Peter Daneyko (SV Untermaßfeld). DSB-Vizepräsident Gerhard Hamm nahm ebenfalls mehrere Auszeichnungen vor: Dieter Stoll (SV Treffurt – Ehrennadel des DSB in Gold), Beatrice Weiß (Kreisschützenmeisterin, Hzgl. Priv. ASG zu Gotha – Ehrenkreuz des DSB in Bronze), Volker Helmig (Webmaster des TSB, Jenaer SV „Erlkönig“) und Helmut Ulrich (Kreisschützenmeister, Bottendorfer GK-SV – beide Ehrenkreuz des DSB in Silber), Jochen Meyer (SV Großengottern – Goldene Medaille des DSB am Grünen Band). Natürlich wurden auch weitreichende Beschlüsse gefasst - dazu morgen mehr.

Nachdem Michael Reinz per Wimpel symbolisch den Staffelstab für den nächsten Schützentag 2018 an Geras Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn übergeben hatte, stand ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche St. Bonifatius auf dem Festprogramm. Der evangelische Pfarrer Torsten Schneider stellte seine Predigt unter das Motto „Manchmal gehen einem die Augen auf“. Eben so sei es ihm nach Stephan Thons Hinweis „Wir Schützen haben keine Waffen, wir haben Sportgeräte“ gegangen. „Wir brauchen Veränderung in der Gesellschaft“, sagte Schneider, damit „vielen die Augen aufgehen“ und „aus Waffen Sportgeräte werden“.

Der anschließende Festumzug mit Blaskapelle, für den in der ganzen Stadt wiederhallende Böllerschüsse von der Burg Normannstein das Startsignal waren, führte vom altehrwürdigen Rathaus zur Normann­stein­halle, wo die Schützen und ihre Gäste beim abendlichen Schützenball zeigten, dass sie zu feiern verstehen – zur Musik der Band Venus tanzten sie ebenso ausgiebig, wie sie zur Show des Zauberers und Entertainers Andy Clapp lachten.

Höhepunkt des Schützenballs war das Lüften eines den ganzen Tag lang streng gehüteten Geheimnisses: die Proklamation des Landesschützenkönigs. Die Königskette wurde zwar weiter gereicht, blieb aber bei den Scharfschützen Heyerode, dem Heimatverein des TSB-Präsidenten Stephan Thon. Volker Hohlbein ist Nachfolger seines Vereinskollegen Heinz Uczessanek, der diesmal Platz neun belegte. Hohlbein, der zum zweiten Mal nach dem Jahr 2000 erfolgreich war, gewann mit einer 10,6 knapp mit einem Zehntel Vorsprung auf den 1. Ritter Heidrun Voigt (SV 1841 Großengottern) und einem weiteren Zehntel auf den 2. Ritter Günter Braunhold vom SV Treffurt. Insgesamt nahmen 42 Schützen teil, die für 186 Starts sorgten – soviele wie noch nie.

Rundum ein gelungener Schützentag – deshalb an dieser Stelle auch nochmal der ausdrückliche Dank an alle Mitwirkenden und Helfer – ob aus dem Kreise der Schützen selbst oder aber auch aus Treffurt und Umgebung.

Text/Fotos: Jan-Thomas Markert

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